Seltsamerweise hat der
Pilger in den Mittelaltergruppen bislang wenig Niederschlag
gefunden. Dabei wirkt seine Tracht durchaus imposant. Der
ärmellose Umhang, der breitkrempige Hut und der Pilgerstab mit
der typischen Verdickung am Ende signalisieren jedermann: Hier
ist ein frommer Wanderer unterwegs. Die Pilgerzeichen, auf Hut
oder Mantel aufgenäht, lassen erkennen, in welchen Gnadenorten
man schon gewesen ist. Die Muschel steht für Santiago, später
auch für das Pilgern schlechthin.
Im Hoch- und
Spätmittelalter zogen Abertausende Pilger kreuz und quer durch
Europa. Jerusalem (eine Zeit lang), Rom, Santiago de Compostela,
Trier und Aachen galten als Highlights.
Im Pilgerort Aachen knüpfte
man nach 1300 mit Maastricht und Kornelimünster ein
Wallfahrts-Verbundnetz, vereinbarte einen Sieben-Jahres-Rythmus
und präsentierte die kostbaren Reliquien den frommen Gästen
Openair vom Kirchturm herab.
Die Pilgerschar quittierte es mit
ohrenbetäubendem Hörnerlärm. Ein Chronist berichtet 1510:
Alle bliesen in ihre Hörner und es war so laut, dass man den
lieben Gott nicht hätte donnern hören können.
Die simplen Blasinstrumente
fertigten die Töpfer vor allem in Langerwehe und in Raeren. Als
Andenken nahm man sie mit nach Hause, wo sie als Signalhorn
bisweilen weiter einem Nutzen dienten.
In der Töpferwerkstatt des
Mittelalterladens werden die Pilgerhörner heute noch nach altem
Vorbild hergestellt.
Zur Ergänzung der leicht zu
schneidernden Kleidung bietet unser Mittelalterladen
an:
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Hintergrundinformation zu den Pilgern (PDF-Datei)
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